LAOS
02.01.2005 bis 16.02.2005  |  <<  Vang Vieng  Fahrt nach Luang Prabang  Luang Prabang  >>

Erfrischung auf den hinteren Plätzen gefällig?

Auf dem Weg zur Höhle Tham Phu Kham.

Die Aufstieg zum Eingang der Höhle. Amelie kraxelt fleißig.

Gern und oft gefahren: Der "Agrar-Dragster".

Hütten zum Abhängen auf dem Fluss.

Blick auf die herrliche Karstlandschaft, auch Amelie ist hingerissen.

Vang Vieng
07.01.2005 - 10.01.2005
 
Vang Vieng schlummert friedlich am Flussufer des Nam Song inmitten einer höhlendurchzogenen wilden Karstlandschaft. Ein Eldorado für Backpacker, Kletterer und Höhlenforscher! 32 Höhlen soll es geben, davon sind bereits 17 erschlossen, also für Besucher freigegeben. Allerdings ist nur eine einzige Höhle durchgehend beleuchtet und über feste Treppen zugänglich. Bei allen anderen Höhlen heißt es: Kraxeln und Taschenlampe mitbringen.

Wir wollen einen Höhlenausflug mit einer Radtour kombinieren und leihen uns zwei Drahtesel mit Sitzpolster auf dem Gepäckträger aus. Ziel ist die Höhle Tham Phu Kham.

Über einen ein Meter breiten Holzsteg mit Geländer auf nur einer Seite geht's balancieren wir über einen Fluss. Die Brücke ist in Privathand, so müssen wir ein paar Cent Passiergebühr bezahlen.

Die sandige Piste führt uns ein paar Kilometer an Siedlungen und einzelstehenden Hütten vorbei. Ein Junge gibt mir wirre Handzeichen, die ich als Bitte um eine Mitfahrgelegenheit deute. Ich nicke kurz und schon wirft sich der Bube lächelnd auf meinen Rücksitz (Bild rechts). Amelie und er tauschen wortlos musternde Blicke von Gepäckträger zu Gepäckträger aus.

Die Sonne drückt. Die Straße geht auf und ab. Ohne Gangschaltung und Rücktritt in kniequälend tiefer Sattelposition mit miserablen Bremsen wird die als sanfte Radwanderung geplante Tour zur schmerzhaft staubigen Schweißhölle. Amelie findet alles dufte, sie muss ja auch nicht treten.

Selten haben wir uns nach etwa zehn Kilometern Fahrradrallye so auf ein Ziel gefreut. Aber wir müssen noch den 200 Meter steilen Anstieg zur Höhle absolvieren. Annette geht in den Vorstieg, ich bleibe hinten mit Amelie. Unsere Lütte klettert ganz allein die spitzen Felsen hinauf. Immer schön langsam und mit Bedacht Griffe und Tritte setzen. So, von hinten abgesichert, macht ihr das Kraxeln richtig Spaß (Bild links). "Du musst Mama dann erzählen, dass ich ganz alleine gegangen bin" drängt sie mich. Oben angekommen, verkünde ich Annette die stolze Botschaft.

Die Tham Phu Kham ist eine Höhle mit riesigem kuppelförmigen Eingangsbereich. Der Blick schweift bis zu zweihundert Meter ins Höhlengedärm. Nach nur wenigen Schritten eröffnen sich uns kirchenorgelgleiche Gesteinsformationen und bizarre Stalaktiten. Ohne Taschenlampe erkunden wir die ersten ca. 150 m der Höhle - bis zu einer zeltüberdachten Buddha-Statue (Bild rechts). 

Von hier kann man weiter in finstere Höhlengänge eindringen, allerdings braucht man dazu eine höhlentaugliche Leuchte. Das wird dann wohl unsere nächste Anschaffung. Außerdem wollen wir die Abenteuerlust unserer Tochter nicht überstrapazieren und sie langsam an anspruchsvollere Ausflüge heranführen. 

Nach einer Stunde Staunen und Herumstöbern treten wir den Rückweg an. Ich nehme Amelie Huckepack, der Abstieg ist zu steil für sie.

Unten angekommen, nimmt Papa ein Bad im Bach. Hierfür werfe man die Klamotten von sich, ergreife eines der Seile, die über eine Baumgabel gespannt sind und schwinge sich tarzangleich in die Bachmitte, worauf man mit frei gewähltem Kunstsprung ins Wasser abschließt.

Während die sehnigen muskulösen Backpacker vorwiegend den einfachen Salto wählen, gibt Vater Clavin die klassische "Plumps-Robbe". Spaß macht's trotzdem. Keiner lacht so laut wie Amelie. Und darum gibt's die "Robbe" insgesamt viermal.

Da wir zu faul sind, den gleichen Weg zurückzutreten, nehmen wir uns eine landwirtschaftliche Zugmaschine mit Anhänger. Nein, das ist kein Trecker. Vielmehr ein Motor mit Radachse, aus dem eine meterlange Lenkergabel zum Anhänger führt. Ich nenne das ganze "Agrar-Dragster" (Bild links). Nur sind die Vehikel kaum schneller als aufgescheuchte Hühner.

Zurück in Vang Vieng entdecken wir eine zweite Holzbrücke über den Fluss. Von der Brücke stürzen sich eine Handvoll nackiger Laoten-Jungs in den Fluss und kapern unter lautem Gejohle vorüberziehende Touristenkajaks. Den Kajakpiloten gelingt es gerade noch unter großem Gelächter, ihr Boot vor dem Kentern zu bewahren. Ein Riesenspaß für alle (Bild rechts).

Von der Brücke führen Bretterplanken auf eine Insel in der Flussmitte. An der Insel, noch im Wasser, liegen eine Handvoll offener Hütten mit Sonnendach (Bild links). Aus den Lautsprechern der angeschlossenen Bar plätschert gemächlich Musik von Bob Marley und den Chili Peppers. Wir strecken uns in einer Hütte aus, flößen uns Brause (Amelie, Annette) und Bier (Malte) ein und genießen den Sonnenuntergang hinter dem malerischen Bergrücken.
  

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Die Entdeckung und Erschließung von Höhlen gibt unerschrockenen Laoten die Möglichkeit eines Zusatzeinkommens. Mehr und mehr Touristen interessieren sich für die Unterwelten.


Mitfahrgelegenheit.

"Erleuchtung" des schlafenden Buddha.

Knirpse kapern Kanu.

Handnetzfischer bei der Arbeit.